Blog Neujahr

Heilige Drei Könige

Sternsinger

„Herr Doktor, ich leide an Epiphanie! Mir sind gerade die Heiligen Drei Könige erschienen…“

Nun ja, also mit den „Heiligen Drei Königen“ bzw. den „Drei Weisen aus dem Morgenland“ verhält es sich ja laut Matthäus irgendwie so:

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: ‚Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.‘“

Ihre genaue Zahl wird in der Bibel nicht genannt, auch ist nicht von Königen, sondern von „Magiern“ oder „Sterndeutern“ die Rede. Erst Origenes, ein christlicher Gelehrter, legte sich im ersten Jahrhundert auf die Zahl „Drei“ fest. Jedenfalls wollten sie das Christuskind nicht an Herodes verraten und behielten ihr Wissen über den Geburtsort für sich und machten sich auf den Weg, dem Stern zu folgen.

Die Namen „Caspar, Melchior und Balthasar“ entstanden durch Legendenbildung im 6. Jahrhundert.

In der katholischen Kirche werden sie als Heilige verehrt. Auch die Protestanten gedenken kurz der Epiphanie (der Erscheinung des Herrn).

Naja, schließlich fand die Heilige Helena, die Mutter Konstantins, jener welcher, nach dem die Stadt Konstantinopel benannt wurde (heute Istanbul), so um 300 n.Chr. noch ein paar Gebeine auf einer Pilgerfahrt herumliegen. Die hat sie dann als Reliquien der Heiligen Drei Könige (als die einzig authentischen!) weiterverschenkt bis sie irgendwann bei Kaiser Rotbart Lobesam (Barbarossa) anstrandeten. Im Prinzip ging es hierbei um eine Art Unabhängigkeitserklärung vom Papst auf dass das Reich Barbarossas sakral gerechtfertigt sei. Über Rotbart gelangten sie schließlich nach Köln, wo man dann, um Arbeitsplätze zu schaffen, mal eben einen ganzen Dom darüber errichtete. Und dort liegen die Heiligen Drei Knochen noch heute. Ein Teil der Reliquien wurde 1903 nach Mailand verbracht, in die Cappella dei Magi, aus der sie 1164 entnommen worden sind. Dort erinnert die Inschrift „SEPULCRUM TRIUM MAGORUM“ (Grab der drei Weisen) an die Sternendeuter.

Natürlich gibt es an diesem Tag allerlei Brauchtum und Feierliches. Am bekanntesten sind hierzulande wohl die Sternsinger, die von Haus zu Haus gehen und mit geweihter Kreide C+M+B an die Haustüren oder-balken schreiben. Wobei „CMB“ nicht die Initialen unserer drei Heiligen bedeuten sollen, sondern „Christus Mansionem Benedicat“ („Christus segne dieses Haus“).

Alles Weitere zu den Drei Heiligen möge der geneigte Leser bitte gerne bei Wikipedia nachlesen. Abschließend sei noch zu sagen, dass am 6. Januar die eingangs geschilderten Rauhnächte beendet sind und die „Wilde Horde“ wieder in ihre Ruhestätte im Jenseits zurückkehrt um am 24. Dezember wieder neu emporzusteigen. So geht alles seinen Weg.

Und natürlich gibt es auch eine Wetterregel für diesen Tag: „Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner dahinter.“